Bericht Umweltsau-Demo / Gegendemo

Am 4. Januar haben wir uns mit einer kleinen Gruppe auf den Weg gemacht, um uns die angekündigte Umweltsau-Demo in Baden-Baden und die Gegendemo anzusehen, um ein Stimmungsbild auf beiden Seiten einzufangen.

Vom Parkplatz aus kamen wir so zuerst am Platz der Gegendemo vorbei. Dort blieben wir etwas am Rande stehen. Es waren ca. 150 Personen dort, diverse Banner und Fahnen wurden hochgehalten, darunter Verdi, die Linke, Gewerkschaften, Lesben gegen Nazis, Attac, Antifa, … Anti-AFD-Plakate, etc.
Sprechchöre skandierten die üblichen „Anti-Nazi-Parolen“ von Linken und Antifa und es wurden Lieder mit der Melodie des „Oma Umweltsau-Liedes“ gesungen.
Die Antifa- Fahne wurde von verschiedenen Gegendemonstranten abwechselnd stolz hin- und hergetragen.
Dann kam die Versammlungsleiterin auf uns zu und ordnete an, daß alle weiter hoch müssen, um für einen geregelten Ablauf zu sorgen und dies die Auflage der Polizei sei – „Denn wir wollen ja noch öfter sowas machen“.

Das da drüben sind die Bösen

Was uns als besonders extrem und symptomatisch auffiel war ein Familienvater in Verdi-Jacke, der seine beiden kleinen Kinder (in etwa im Vorschulalter) belehrte:

„Das da drüben sind die Bösen, die euch Eure „Sendung mit der Maus“ wegnehmen wollen […] Das sind die bösen Nazis, die euch das Fernsehen verbieten wollen“.

Die Kinder wirkten irritiert.

Inzwischen waren einige auf den „Genderfreie Zone- Button“ aufmerksam geworden, der sich an einem unserer Rucksäcke befand. Somit wurden wir umgehend als „Feinde“ identifiziert.

„Die gehören nicht zu uns sondern zur Demo da drüben“ – „Schau mal wie die angezogen sind“ , „Genderfreie Zone“ …

Sofort begannen mobartige Pöbeleien und Bedrohungen wie „verpisst euch“, „weg hier“ , „haut ab!“ von mehreren Personen, die ganz offensichtlich nur auf eine Gelegenheit zu gewalttätiger Konfrontation mit Menschen gewartet hatten, die in ihren politischen schwarz-weiß Denken auf der falschen Seite stehen.

Die Situation droht zu eskalieren

Eine Gruppe von linksextremen, gewaltbereiten „Aktivisten“ baute sich vor uns auf, deren Wortführer ganz besonders aggressiv agierte. Aus seinen Augen blickte uns blinder Hass entgegen. Er provozierte gezielt einen von uns mit Sprüchen wie „Du wirst dein Gesicht nicht wieder erkennen“, „Verpisst euch“, „Sei froh dass die Bullen hier stehen du widerliche Missgeburt“
Er ging drohend auf unseren Freund zu und kam so nah heran, dass der Schirm seiner Baseballkappe an die Stirn unseres Freundes stieß. Der ließ sich jedoch nicht einschüchtern und blieb ganz ruhig stehen. Die Situation drohte zu eskalieren und wir rechneten jeden Moment mit einem Losschlagen des hochaggressiven Linken.

Uns war ziemlich mulmig, denn die Lage war ausgesprochen bedrohlich und wir hatten überhaupt nicht damit gerechnet, dass es zu einer solchen Eskalation von Hass und Gewaltandrohung kommen könnte.
Als einer von uns sein Handy aus der Tasche nahm, um einen Audio-Mitschnitt der Beleidigungen und Bedrohungen zu machen, griff der aggressive Typ danach und wollte es aus der Hand reißen. Es gelang ihm jedoch nicht.
Ein Ordner der Demo stand nahe dabei, beobachtete alles, machte aber keine Anstalten, einzuschreiten, ebenso die sich in der Nähe befindliche Versammlungsleiterin.
Deshalb wandten wir uns an einen der umherstehenden Polizeibeamten, die alle auf der anderen Seite der Absperrung standen, schilderten die Situation und baten um Hilfe. Zufälligerweise handelte es sich dabei um den Einsatzleiter.

Die anderen aus der aggressiven Gruppe hielten ein Banner als Abgrenzung vor uns hoch und kamen immer näher auf uns zu. Auch in deren Augen hasserfüllte Blicke.
Wie verhielten uns völlig ruhig, neutral und friedlich, sagten, dass wir zu keiner Seite gehören und uns die Kundgebung nur anschauen wollten.

Einfach nur traurig

Hier wurde uns wieder sehr deutlich bewusst, wie gut der perfide Trick der Spaltung unserer Gesellschaft gelungen war, wie verheerend es sich auswirkt, wenn man unterschiedliche Lager erschafft und diese gegeneinander aufhetzt. „Divide et impera“. Einfach nur traurig. Eigentlich sollten wir alle gemeinsam gegen die menschenverachtenden Strukturen kämpfen, die im Hintergrund die Strippen ziehen und sich ins Fäustchen lachen, wie leicht sie uns manipulieren, ablenken und zu ihren Zwecken lenken können.

Wir kamen mit dem Einsatzleiter ins Gespräch und seine Reaktion auf die Lage war, dass er uns aufforderte, mit ihm auf die Seite zu gehen und uns dann einen Platzverweis erteilte. Es wurden sogar unsere Personalien aufgenommen.
Wir kamen uns vor wie im falschen Film: NICHT die Aggressoren wurden überprüft oder aus der Veranstaltung gezogen sondern wir als unbescholtene Bürger und Passanten, die Opfer von Aggression und Gewaltandrohung geworden waren. Was für eine verkehrte Welt!

In einem längeren Gespräch erklärte uns der Einsatzleiter, warum er so vorgehen müsse und dass es seine Aufgabe sei, die Versammlung zu schützen und für Deeskalation zu sorgen und er bat uns um Verständnis dafür.

Wir waren von dem Erlebten völlig vor den Kopf gestoßen und konnten nicht fassen, was uns da geschehen war.

Wir hatten nicht mehr den Eindruck, uns als freie Menschen auf einem freien Platz in einem demokratischen Land zu bewegen. Vielmehr macht das alles den Eindruck einer linksfaschistischen Gesellschaft, in der Andersdenkende, die sich dem vorherrschenden Narrativen bzw. Ideologien nicht anpassen, verleumndet und diskreditiert werden und sich wegducken müssen, während Gewalttäter geschützt und Opfer ignoriert werden.

Das Gefühl, in einem Rechtsstaat zu leben kommt durch solche Erlebnisse völlig abhanden. Einfach nur traurig!

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